Wie viel Strom vom Nachbardach kommt an? Ich habe nachgerechnet: 750 bis 1.100 kWh
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Kurz gesagt: Vom Solarstrom deines Nachbarn nutzt du nur, was seine Anlage übrig hat, während du Strom brauchst. Bei 3.000 kWh Verbrauch sind das nach meiner Rechnung rund 750 bis 1.100 kWh im Jahr. Nachts kommt nichts. Ein Speicher beim Nachbarn senkt die Menge sogar.
Das Ergebnis
Brauchst du 3.000 kWh Strom im Jahr, kommen nach meiner Rechnung rund 750 bis 1.100 kWh vom Nachbardach. Mehr ist selten, auch wenn die Anlage viel mehr erzeugt. Ich habe zwei Studien aus Österreich genommen und gerechnet:
- Dein Verbrauch im Jahr: 3.000 kWh
- Geteilt in einem Modell mit zwei Haushalten: 25,6 % des VerbrauchsQuelle 2
- Geteilt im Schnitt von 80 EnergiegemeinschaftenEnergiegemeinschaft Energiegemeinschaft ist kein Begriff aus § 42c EnWG. Das Gesetz spricht von gemeinsamer Nutzung, eine Gemeinschaft musst du nicht gründen. Betreibt eine Gesellschaft die Anlage, müssen alle Mitglieder Letztverbraucher oder öffentliche Stellen wie Kommunen sein. Im Lexikon weiterlesen : 37 %Quelle 3
- Ergebnis: rund 770 bis 1.110 kWh, gerundet 750 bis 1.100 kWh
Die Rechner auf dieser Seite nehmen 1.000 kWh als Beispiel. Das liegt in dieser Spanne, eher am oberen Ende.
Geteilt wird nur, was in derselben Viertelstunde übrig ist
Beim Energy SharingEnergy Sharing Energy Sharing heißt: Du teilst Strom aus Sonne oder Wind mit anderen im selben Netzgebiet, über das öffentliche Netz. Geregelt ist das seit dem 1. Juni 2026 in § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes. Erzeugung und Verbrauch werden jede Viertelstunde gemessen. Im Lexikon weiterlesen wird jede Viertelstunde gemessen, an der Anlage und bei dir.Quelle 1 Dafür brauchst du in der Regel ein Smart Meter (intelligentes Messsystem)Intelligentes Messsystem (Smart Meter) Ein intelligentes Messsystem (iMSys) ist ein digitaler Stromzähler mit Smart-Meter-Gateway. Das Gateway bindet ihn an ein Kommunikationsnetz an. Für Energy Sharing ist in der Praxis in der Regel eines nötig, weil viertelstündlich gemessen werden muss. Im Lexikon weiterlesen .Quelle 1 Geteilt wird nur, was die Anlage ins Netz speist, während du Strom beziehst.Quelle 1 Den Rest liefert dein StromlieferantStromlieferant Der Stromlieferant verkauft dir den Strom. Mit ihm hast du deinen Vertrag, er schickt dir die Rechnung. Beim Energy Sharing hast du zwei: den Betreiber der Anlage und einen Lieferanten für den übrigen Strom. Im Lexikon weiterlesen als ReststromReststrom Reststrom ist der Strom, den du zusätzlich brauchst, wenn die geteilte Anlage nicht genug liefert. Den Vertrag dafür schließt du mit einem Lieferanten deiner Wahl. Das darf der Vertrag zum Teilen nicht einschränken. Im Lexikon weiterlesen .Quelle 1
Für dich heißt das:
- Nachts: nichts, die Anlage steht still
- Im Winter: wenig. Im Dezember erzeugt eine Anlage in Stuttgart nur ein Drittel so viel wie im Juli.Quelle 4
- Mittags im Sommer: oft mehr, als du gerade brauchst
Die Anlage hat meist genug übrig, die Uhrzeit begrenzt
Ich habe nachgesehen, wie viel eine Anlage im Jahr erzeugt. Mein Beispiel hat 5 kWp, also 5 Kilowatt Spitzenleistung:
- Ertrag in Stuttgart, Süddach: 1.132 kWh je kWpQuelle 4
- Ertrag in Freiburg, Süddach: 1.118 kWh je kWpQuelle 5
- Ertrag in Stuttgart, Westdach: 880 kWh je kWp, gut ein Fünftel wenigerQuelle 6
- 5 kWp in Stuttgart, Süddach: rund 5.700 kWh im Jahr
- Davon nutzt ein Haushalt ohne Speicher selbst: knapp 30 %Quelle 7
Mehr als zwei Drittel gehen also ins Netz. Das ist mehr, als du im ganzen Jahr brauchst. Trotzdem kommt nur ein Teil bei dir an. Du brauchst Strom eben auch abends, nachts und im Winter.
Ein Modell aus Österreich: 973 von 3.800 kWh
Gemessene Werte aus Deutschland habe ich leider nicht gefunden. Das AIT, ein Forschungsinstitut in Wien, hat zwei Haushalte durchgerechnet. Es rechnet ein ganzes Jahr in Viertelstunden:Quelle 2
- Haushalt mit Anlage: 5 kWp, 4.300 kWh Ertrag, 5.300 kWh Verbrauch
- Nachbar ohne Anlage: 3.800 kWh Verbrauch
- Geteilt ohne Speicher: 973 kWh im Jahr
- Geteilt mit Speicher beim Erzeuger: 771 kWh im Jahr
973 von 3.800 kWh sind 25,6 %, also rund ein Viertel. Das Modell nutzt die Regeln in Österreich. Für die Frage, wann die Sonne scheint, spielt das keine Rolle.
Eine Umfrage der Montanuniversität Leoben kommt auf mehr. 80 Energiegemeinschaften in Österreich decken im Schnitt 37 % ihres Verbrauchs selbst.Quelle 3 Das gilt für die ganze Gemeinschaft, nicht für einen einzelnen Haushalt. Ich nehme den Wert deshalb als obere Grenze.
Meine Rechnung für deinen Haushalt
Ich habe beide Anteile auf einen Haushalt übertragen. Das ist meine Rechnung, kein Messwert:
- 3.000 kWh mal 25,6 %: rund 770 kWh
- 3.000 kWh mal 37 %: rund 1.110 kWh
- Kleiner Haushalt mit 1.500 kWh: rund 380 bis 560 kWh
Ehrlich gesagt ist das eine grobe Spanne. Wie viel es bei dir ist, hängt an deinem Alltag und an der Anlage.
Ein Speicher beim Nachbarn senkt den geteilten Strom
Das hat mich überrascht. Hat der Erzeuger einen Speicher, teilt das Modell nur 771 statt 973 kWh.Quelle 2 Der Speicher lädt zuerst mit dem Überschuss. Abends nutzt der Erzeuger diesen Strom dann selbst. Für dich bleibt weniger übrig. Beide zahlen im Modell trotzdem weniger für Strom.Quelle 2
Mehr teilst du, wenn du Strom mittags brauchst
Mehr geteilten Strom bekommst du, wenn du Strom brauchst, während die Sonne scheint. Zum Beispiel:
- Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lassen
- Das E-Auto tagsüber laden
Wie viel das bringt, hängt an deinem Alltag. Eine belastbare Zahl dazu habe ich nicht gefunden.
Rechne mit deiner Menge
Im Rechner für Bezieher trägst du ein, wie viel geteilten Strom du erwartest. Wer die Anlage hat, rechnet im Rechner für Erzeuger. Was dein Nachbar dir höchstens zahlen kann: Nach 20 Jahren teilen.
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Quellen
- Energy Sharing (externe Seite, neuer Tab), Bundesnetzagentur, abgerufen am
- Auswirkung von Energiegemeinschaften auf Ausgleichsenergiekosten von Energieversorgungsunternehmen (Monsberger u. a., Energiegemeinschaften-Konferenz 2025), Folien 15 bis 17 (externe Seite, neuer Tab), AIT Austrian Institute of Technology, Klima- und Energiefonds, , abgerufen am
- Erneuerbare Energiegemeinschaften: Eine empirische Erhebung zum Status quo in Österreich (Feichtinger u. a., EnInnov 2026), Folie 10 (externe Seite, neuer Tab), Montanuniversität Leoben, TU Graz, , abgerufen am
- PVGIS 5.3, Netzgekoppelte Anlage: Stuttgart, 1 kWp, Süddach mit optimaler Neigung (39°), 14 % Verluste, SARAH3 (externe Seite, neuer Tab), Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission, abgerufen am
Alle 7 Quellen anzeigen
- PVGIS 5.3, Netzgekoppelte Anlage: Freiburg, 1 kWp, Süddach mit 35° Neigung, 14 % Verluste, SARAH3 (externe Seite, neuer Tab), Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission, abgerufen am
- PVGIS 5.3, Netzgekoppelte Anlage: Stuttgart, 1 kWp, Westdach mit 35° Neigung, 14 % Verluste, SARAH3 (externe Seite, neuer Tab), Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission, abgerufen am
- Solare Unabhängigkeitserklärung (Weniger, Tjaden, Quaschning), photovoltaik 10/2012 (externe Seite, neuer Tab), HTW Berlin, abgerufen am