Solaranlage nach 20 Jahren: Was kommt nach der Förderung?

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Kurz gesagt: Nach 20 Jahren endet für deine Solaranlage die feste Einspeisevergütung. Tust du nichts, zahlt der Netzbetreiber bis Ende 2032 den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten. 2025 waren das 3,79 Cent je Kilowattstunde. Du kannst auch mehr Strom selbst nutzen, ihn verkaufen lassen oder teilen. In Baden-Württemberg rechnet noch kein Anbieter geteilten Strom ab.

Nach 20 Jahren gibt es den Marktwert

Für Solaranlagen über 20 Jahre, kurz Ü20, endet die feste EinspeisevergütungEinspeisevergütung Die Einspeisevergütung ist das feste Geld, das der Netzbetreiber für eingespeisten Solarstrom zahlt. Für Anlagen bis 10 Kilowatt mit Teileinspeisung sind es 7,70 Cent je Kilowattstunde, bei Inbetriebnahme bis Ende 2026. Im Lexikon weiterlesen . Sie endet am 31. Dezember: Eine Anlage aus dem Jahr 2006 bekommt sie bis Ende 2026.Quelle 1

Danach musst du nichts tun. Dein NetzbetreiberNetzbetreiber Der Netzbetreiber betreibt das Stromnetz in deiner Gegend, wartet es und baut es aus. Er bringt den Strom zu dir, verkauft ihn dir aber nicht. Für das Netz zahlst du das Netzentgelt, auch für geteilten Strom. Im Lexikon weiterlesen nimmt den Strom weiter ab und zahlt dafür.Quelle 1 Das gilt bis Ende 2032.Quelle 2 Du bekommst den Marktwert für Solarstrom, höchstens 10 Cent je Kilowattstunde.Quelle 3 Davon geht ein Abzug für die Vermarktung ab.Quelle 4 Mit Smart MeterSmart Meter Smart Meter ist das Alltagswort für ein intelligentes Messsystem: ein digitaler Zähler mit Smart-Meter-Gateway. Es sendet die Messwerte selbst. Für Energy Sharing brauchst du in der Regel eines. Im Lexikon weiterlesen ist es nur die Hälfte.Quelle 4

Was du je Kilowattstunde bekommst: Marktwert Solar minus Abzug, ohne Smart Meter
JahrMarktwert SolarAbzug
20254,508 CentQuelle 50,715 CentQuelle 6
2026noch unbekanntQuelle 50,228 CentQuelle 7
2027noch unbekannt0,601 CentQuelle 8

2025 waren das also 3,79 Cent je Kilowattstunde. Eine MarktprämieMarktprämie Die Marktprämie zahlt der Netzbetreiber, wenn der Strom direkt vermarktet wird. Sie ist einer von drei Zahlungsansprüchen nach dem EEG, neben Einspeisevergütung und Mieterstromzuschlag. Im Lexikon weiterlesen gibt es nach der Förderung nicht mehr.Quelle 9

Vier Wege für deine Anlage

Was zu dir passt, hängt davon ab, wie viel Strom du selbst brauchst. Selbst nutzen kannst du ihn bei jedem Weg.

Entscheidungsbaum: Nach 20 Jahren endet die Förderung. Willst du Strom an Nachbarn verkaufen, geht das mit Energy Sharing; dafür sind Direktvermarktung und Smart Meter nötig. Sonst: Soll ein Direktvermarkter deinen Strom verkaufen, ist das die sonstige Direktvermarktung. Sonst speist du weiter ein, für den Marktwert minus Abzug bis Ende 2032. Mehr selbst nutzen, auf Wunsch mit Speicher, geht bei jedem Weg.
Tust du nichts, speist die Anlage weiter ein. Selbst nutzen geht immer.

Wenn du nichts änderst

Die Anlage speist weiter ein, der Netzbetreiber zahlt Marktwert minus Abzug.Quelle 1 Das passt vor allem, wenn du im Haus sehr wenig Strom brauchst.Quelle 10 Einen Check der alten Anlage rät die Verbraucherzentrale trotzdem an. Er kostet etwa 250 bis 300 €.Quelle 1

Wenn du mehr Strom selbst nutzen willst

Die Anlage ist bezahlt, ihr Strom kostet rund 3 bis 4 Cent je Kilowattstunde.Quelle 10 Strom aus dem Netz kostet etwa zehnmal so viel.Quelle 10 Zum Selbstnutzen klemmt ein Fachbetrieb die Anlage im Zählerschrank um.Quelle 1 Das kostet ab etwa 200 €. Mit neuem Zählerschrank sind es bis etwa 2.000 €, ohne Speicher.Quelle 1 Den Überschuss nimmt der Netzbetreiber weiter ab.Quelle 1

Ein Speicher hebt den Anteil, den du selbst nutzt, kostet aber extra.Quelle 1 Mehr selbst nutzen lohnt sich eher bei mittlerem bis hohem Verbrauch, etwa mit Wärmepumpe oder E-Auto.Quelle 10

Wenn ein Händler verkaufen soll

Dann verkauft ein DirektvermarkterDirektvermarktung Direktvermarktung heißt: Der Betreiber einer Anlage verkauft seinen Strom an Dritte, statt ihn gegen Einspeisevergütung dem Netzbetreiber zu überlassen. Meist macht das ein Direktvermarkter für ihn. Beim Energy Sharing kann er das Teilen abwickeln. Im Lexikon weiterlesen deinen Strom statt des Netzbetreibers. Ohne Förderung heißt das sonstige Direktvermarktung.Quelle 9 Für Haushalte lohnt sie sich laut Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg nicht. Die Mengen sind zu klein, passende Angebote fehlen bisher.Quelle 10

Wenn du Strom mit Nachbarn teilen willst

Seit dem darfst du Strom im Gebiet deines Netzbetreibers teilen.Quelle 11 Das heißt Energy SharingEnergy Sharing Energy Sharing heißt: Du teilst Strom aus Sonne oder Wind mit anderen im selben Netzgebiet, über das öffentliche Netz. Geregelt ist das seit dem 1. Juni 2026 in § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes. Erzeugung und Verbrauch werden jede Viertelstunde gemessen. Im Lexikon weiterlesen und steht in § 42c EnWG§ 42c EnWG § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes regelt Energy Sharing: wer teilen darf, was der Vertrag regeln muss und ab wann Netzbetreiber es ermöglichen. Er gilt seit dem 1. Juni 2026. Im Lexikon weiterlesen .Quelle 11 Dafür muss die Anlage in die Direktvermarktung. Den Marktwert vom Netzbetreiber bekommst du dann nicht mehr.Quelle 9 Gemessen wird jede Viertelstunde, dafür braucht es in der Regel einen Smart Meter.Quelle 12

Stand : In Baden-Württemberg rechnet noch kein Anbieter geteilten Strom ab. Wer etwas vorbereitet, steht unter Anbieter. Ab welchem Preis sich Teilen lohnt, zeigt der Rechner für deine Anlage. Dort wählst du „Ausgefördert“.

So viele Anlagen sind es in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg laufen 14.710 Solaranlagen, deren Förderung Ende 2026 endet.Quelle 13 Ende 2027 kommen 18.175 dazu.Quelle 13 Mehr als neun von zehn haben höchstens 30 Kilowatt.Quelle 13

Solaranlagen in Baden-Württemberg, die noch laufen, nach dem Ende ihrer Förderung. Stand:
Förderung endetAnlagenLeistung zusammen
, Anlagen aus 200514.226Quelle 13179,5 MegawattQuelle 13
, Anlagen aus 200614.710Quelle 13189,7 MegawattQuelle 13
, Anlagen aus 200718.175Quelle 13259,5 MegawattQuelle 13
So haben wir gezählt, und andere Zahlen

Gezählt sind Solaranlagen in Baden-Württemberg im Marktstammdatenregister, die laut Eintrag in Betrieb sind. Maßgeblich ist das Jahr, in dem sie nach dem EEG in Betrieb gingen.Quelle 13 Stillgelegte Anlagen fehlen. Ein Haus kann mehrere Einträge haben.

Das Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg nannte im November 2025 andere Zahlen: 10.645 Anlagen für 2025 und 15.500 für 2026.Quelle 10 Wie es gezählt hat, steht dort nicht.

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Quellen

  1. Photovoltaik: Was tun mit der Ü20-Anlage, wenn die EEG-Förderung endet? (externe Seite), Verbraucherzentrale, , abgerufen am
  2. § 25 EEG 2023: Beginn, Dauer und Beendigung des Anspruchs (externe Seite), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  3. § 23b EEG 2023: Besondere Bestimmung zur Einspeisevergütung bei ausgeförderten Anlagen (externe Seite), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  4. § 53 EEG 2023: Verringerung der Einspeisevergütung (externe Seite), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  5. Marktwertübersicht: Jahresmarktwert Solar 2025 (externe Seite), Übertragungsnetzbetreiber (netztransparenz.de), abgerufen am
  6. Abzugsbetrag für ausgeförderte Anlagen 2025 (externe Seite), Übertragungsnetzbetreiber (netztransparenz.de), , abgerufen am
  7. Abzugsbetrag für ausgeförderte Anlagen 2026 (externe Seite), Übertragungsnetzbetreiber (netztransparenz.de), , abgerufen am
  8. Abzugsbetrag für ausgeförderte Anlagen 2027 (externe Seite), Übertragungsnetzbetreiber (netztransparenz.de), , abgerufen am
  9. Solaranlagen: Häufige Fragen zu Energy Sharing (externe Seite), Bundesnetzagentur, , abgerufen am
  10. 2026 fallen im Südwesten rund 15.000 Photovoltaik-Anlagen aus der Einspeisevergütung (Pressemitteilung für das Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg) (externe Seite), KlimaschutzAgentur im Landkreis Reutlingen, , abgerufen am
  11. § 42c EnWG: Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie aus Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien (externe Seite), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  12. Energy Sharing (externe Seite), Bundesnetzagentur, abgerufen am
  13. Marktstammdatenregister, eigene Auswertung: Solaranlagen in Baden-Württemberg in Betrieb, nach Jahr der EEG-Inbetriebnahme 2005, 2006, 2007 (externe Seite), Bundesnetzagentur, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0, , abgerufen am