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Strom teilen: In Österreich 57 % Rabatt aufs Netz, in Deutschland 0 %

· 5 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt: In Österreich zahlt weniger fürs Netz, wer Strom in einer Energiegemeinschaft teilt: im Ortsnetz 57 % weniger je Kilowattstunde. In Deutschland gibt es keinen Rabatt. Ich habe beide Länder verglichen und für Wien und Netze BW gerechnet.

Der Vergleich in einer Minute. Bild: KI-generiert mit GPT-5.4 Image 2 (OpenAI), · KI-Stimme: ElevenLabs (Alexander), elevenlabs.io

Das Ergebnis

In Österreich zahlt weniger fürs Netz, wer Strom in einer EnergiegemeinschaftEnergiegemeinschaft Energiegemeinschaft ist kein Begriff aus § 42c EnWG. Das Gesetz spricht von gemeinsamer Nutzung, eine Gemeinschaft musst du nicht gründen. Betreibt eine Gesellschaft die Anlage, müssen alle Mitglieder Letztverbraucher oder öffentliche Stellen wie Kommunen sein. Im Lexikon weiterlesen teilt. Im Ortsnetz sinkt der ArbeitspreisArbeitspreis Der Arbeitspreis ist der Preis je Kilowattstunde Strom, die du verbrauchst. Dazu kommt der Grundpreis, den du unabhängig vom Verbrauch zahlst. Beide stehen in deinem Vertrag und auf der Rechnung. Im Lexikon weiterlesen des NetzentgeltsNetzentgelt Das Netzentgelt ist der Preis für die Nutzung des Stromnetzes. Für Haushalte besteht es aus einem Preis je Kilowattstunde und einem Grundpreis im Jahr. Auch für geteilten Strom fällt es an. Im Lexikon weiterlesen um 57 %.Quelle 1 In Deutschland gibt es keinen solchen Rabatt.Quelle 6 Ich habe beide Länder verglichen:

  • Rabatt in Österreich im Ortsnetz: 57 %
  • Rabatt in Österreich in der Region: 28 %
  • Rabatt in Deutschland: 0 %
  • Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in Österreich, Mitte 2026: 5.999Quelle 5

Deshalb lohnt sich Teilen dort eher als bei uns.

Balkendiagramm: Rabatt je Kilowattstunde auf das Netzentgelt für geteilten Strom. Österreich im Ortsnetz: 57 Prozent. Österreich in der Region: 28 Prozent. Deutschland: 0 Prozent, kein Rabatt.
Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts für geteilten Strom, Österreich 2026 und Deutschland.

Wie der Rabatt in Österreich funktioniert

Teilen kann in Österreich eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft. Wie weit der Strom reisen darf, legt fest, wie hoch der Rabatt ist:Quelle 2

  • Im Ortsnetz: Alle hängen am selben Niederspannungsnetz, also am selben Trafo. Rabatt: 57 %
  • In der Region: Alle hängen am selben Mittelspannungsnetz bis zum Umspannwerk. Rabatt: 28 %
  • In der Region, für große Kunden am Mittelspannungsnetz (Netzebenen 4 und 5): 64 %

Es sinkt nur der Arbeitspreis, also der Preis je Kilowattstunde.Quelle 1 Dazu kommen zwei Abgaben, die für Strom aus der Gemeinschaft wegfallen. Das schreibt die Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften.Quelle 2 Es sind die Elektrizitätsabgabe, eine Steuer auf Strom, und der Erneuerbaren-Förderbeitrag. Die Seite trägt leider kein Datum.

In Österreich teilen schon viele. Mitte 2026 gab es dort:Quelle 5

  • Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften: 5.999, Ende 2025 waren es 5.062
  • Bürgerenergiegemeinschaften: 1.078
  • Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen: 7.743
  • Teilnehmer mit Bezugszähler, alle Formen zusammen: 261.612

Rechenbeispiel Wien: knapp 4 Cent weniger

Ich habe das für einen Haushalt in Wien durchgerechnet. Er hängt an Netzebene 7, dem Ortsnetz, und hat keine Leistungsmessung. Werte für 2026:Quelle 1

  • Arbeitspreis ohne Teilen: 6,98 Cent
  • Geteilt im Ortsnetz: 3,00 Cent, also 3,98 Cent weniger
  • Geteilt in der Region: 5,03 Cent, also 1,95 Cent weniger

Alle Werte je Kilowattstunde, ohne Umsatzsteuer. So stehen sie in der Verordnung. Teilt der Haushalt 1.000 kWh im Ortsnetz, spart er rund 40 € im Jahr.

Diese Ersparnis zahlen die anderen Netzkunden mit. 2025 sparten Mitglieder von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften so 3,87 Millionen €.Quelle 5 Die Kosten des Netzes sinken ja nicht, schreibt die E-Control, die Regulierungsbehörde.Quelle 5

Ab 2027 wird der Rabatt kleiner, die Höhe ist noch Entwurf

Ab gilt in Österreich eine neue Verordnung.Quelle 3 Der Rabatt hängt dann davon ab, welches Netz der geteilte Strom nutzt.Quelle 3 Die Höhe steht bisher nur in einem Entwurf vom .Quelle 4 Sie kann sich also noch ändern:

  • Im Ortsnetz: 49 %
  • In der Region: 22 %
  • In der Region, für große Kunden am Mittelspannungsnetz: 58 %

Die Netze wurden ausgebaut, deshalb sinken die Rabatte, schreibt die E-Control.Quelle 4 Für Wien heißt das nach dem Entwurf: 6,61 Cent ohne Teilen, 3,37 Cent im Ortsnetz.Quelle 4 Das sind 3,24 Cent weniger, ohne Umsatzsteuer.

In Deutschland trägt geteilter Strom alle Kosten voll

§ 42c EnWG§ 42c EnWG § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes regelt Energy Sharing: wer teilen darf, was der Vertrag regeln muss und ab wann Netzbetreiber es ermöglichen. Er gilt seit dem 1. Juni 2026. Im Lexikon weiterlesen erlaubt das Teilen, das Energy SharingEnergy Sharing Energy Sharing heißt: Du teilst Strom aus Sonne oder Wind mit anderen im selben Netzgebiet, über das öffentliche Netz. Geregelt ist das seit dem 1. Juni 2026 in § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes. Erzeugung und Verbrauch werden jede Viertelstunde gemessen. Im Lexikon weiterlesen . Einen Rabatt sieht er nicht vor.Quelle 6 Für geteilten Strom fallen Netzentgelt, UmlagenUmlage Umlagen sind Aufschläge auf jede Kilowattstunde Strom aus dem Netz. Zusammen sind es 2026 2,946 Cent, 2027 dann 3,621 Cent, ohne Umsatzsteuer. Auch für geteilten Strom fallen sie an. Im Lexikon weiterlesen und Steuern voll an.Quelle 7 Dazu gehören Stromsteuer, KonzessionsabgabeKonzessionsabgabe Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das Energieversorger einer Gemeinde für Stromleitungen unter öffentlichen Wegen zahlen. Sie steckt im Strompreis. Für Haushalte beträgt sie höchstens 1,32 bis 2,39 Cent je Kilowattstunde, je nach Größe der Gemeinde. Im Lexikon weiterlesen und Umsatzsteuer. Alle Teile mit Zahlen: Was kostet Energy Sharing? Warum es so ist: Warum kein Rabatt?

Die Bundesnetzagentur baut die Netzentgelte gerade neu. Das Verfahren heißt AgNes. Im Entwurf der Festlegung kommt Energy Sharing nicht vor.Quelle 8 Die Festlegung soll Ende 2026 kommen und ab 2029 gelten.Quelle 9

Gedankenspiel: der Rabatt bei Netze BW

Das ist nur ein Gedankenspiel. Einen solchen Rabatt gibt es bei uns nicht. Ich habe trotzdem gerechnet, was er bei Netze BW hieße:

  • Netzentgelt 2027, vorläufig: 7,17 CentQuelle 10
  • Mit 57 % Rabatt: 3,08 Cent, also 4,09 Cent weniger
  • Mit 49 % Rabatt wie im Entwurf für 2027: 3,66 Cent, also 3,51 Cent weniger
  • Bei 1.000 kWh im Jahr: rund 35 bis 41 € weniger

Alle Werte je Kilowattstunde, ohne Umsatzsteuer und ohne Grundpreis. Ehrlich gesagt wäre das viel.

Was dein Nachbar heute höchstens zahlen kann: Nach 20 Jahren teilen.

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Quellen

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), § 5 Abs. 1a, geltende Fassung (externe Seite, neuer Tab), Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich, abgerufen am
  2. Häufige Fragen (FAQ) und Glossar (externe Seite, neuer Tab), Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften, abgerufen am
  3. Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (SNE-G-V), BGBl. II Nr. 299/2026, § 9 (externe Seite, neuer Tab), E-Control, Bundesgesetzblatt der Republik Österreich, , abgerufen am
  4. Systemnutzungsentgelte-Tarife-Verordnung 2027 (SNE-T-V 2027), Begutachtungsentwurf, § 5 und § 9 (externe Seite, neuer Tab), E-Control, , abgerufen am
Alle 10 Quellen anzeigen
  1. EAG-Monitoringbericht 2026, Kapitel 8 Energiegemeinschaften (externe Seite, neuer Tab), E-Control, , abgerufen am
  2. § 42c EnWG: Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie aus Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien (externe Seite, neuer Tab), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  3. Energy Sharing (externe Seite, neuer Tab), Bundesnetzagentur, abgerufen am
  4. GBK-25-01-1#3 Festlegung AgNes: Konsultation des Festlegungsentwurfs (externe Seite, neuer Tab), Bundesnetzagentur, Große Beschlusskammer Energie, abgerufen am
  5. Vorläufiger Meinungsstand im Festlegungsverfahren AgNes (externe Seite, neuer Tab), Bundesnetzagentur, , abgerufen am
  6. Vorläufige Netzentgelte Strom 2027 (externe Seite, neuer Tab), Netze BW, , abgerufen am